Die Motorisierung der Landauer Feuerwehr

von Josef Weinzierl aus dem Jahre 2004

Von der Saug- und Druckspritze

zum Großtanklöschfahrzeug

Bei einer Versammlung am 31. Mai 1863 wurde die Freiwillige Feuerwehr Landau a. d. Isar gegründet. Laut Feuerlöschordnung der Stadt Landau von 1854 standen der neu gegründeten Feuerwehr zur Brandbekämpfung vier Spritzen mit je 16 Mann zur Verfü­gung. Spritze Nr. 1 war die große Stadtspritze, Nr. 2 die blaue Landspritze, Nr. 3 die rote Rentamtspritze und Nr. 4 die Spitalspritze. Eine dieser Spritzen aus der Gründerzeit be­findet sich heute im neuen Erweiterungsbau der Feuerwache.

Die erste Saug- und Druckspritze aus dem Jahre 1863

 Um das Jahr 1880 standen der Wehr zwei Saug- und drei Handspritzen, 400 Meter Schläuche, Mannschaftstransportwagen, Steigerkarren, Anstellleitern, Dachleiter, Haken­leiter und Schlauchhaspel zur Verfügung. Die erste Schiebeleiter wurde 1889 zum Preis von 768,60 Mark gekauft. Die 1913 angeschaffte, moderne und speziell den Terrainver­hältnissen Landaus entsprechende Schubleiter kostete 660 Mark.

Schauübung beim 50-jährigen Gründungsfest 1913

Hinsichtlich des Alarmwesens brachte das Jahr 1927 einen bedeutsamen Fort­schritt. Für etwa 600 Mark wurde eine Alarmsirene angeschafft. Ein Meilenstein in der Geschichte der Landauer Feuerwehr war das Jahr 1931. Ein Löschfahrzeug LF 12 mit Hansa-Lloyd-Fahrgestell konnte angeschafft werden. Damit war die Wehr voll motori­siert. Beim Brand im Anwesen des Landwirts Xaver Pfeiffenberger im Landauermoos am 11. September 1931 kam das neue Löschfahrzeug erstmals zum Einsatz, die offizielle Übergabe der neuen Autospritze erfolgte vier Tage später im Beisein der Honoratioren der Stadt Landau am 15. September.

1931 wurde das LF 12 angeschafft, vor dem sich 1947 die 1. Jugendgruppe postierte

Nach schweren Bombenangriffen auf die Landeshauptstadt München im Oktober 1944 war die Landauer Feuerwehr mit ihrem Autolöschzug alarmiert worden und leistete rasche und wertvolle Hilfe. Dem unermüdlichen Einsatz der Stadtfeuerwehr ist es auch zu verdanken, dass der Beschuss der Amerikaner zum Kriegsende 1945 nicht noch größeren Schaden anrichtete.

Das Feuerwehrgerätehaus, das im Rathaus untergebracht war, wurde im April 1945 durch den Beschuss der Amerikaner zerstört. Die Geräte kamen in den Stadel der Stadt, dem ehemaligen Polizeigebäude im Stadtgraben. Die Autospritze stand in einer Ga­rage beim Schmidbauerwirt, dem heutigen Charly M., am Oberen Stadtplatz.

Zu einem schönen Fest gestaltete sich die Fahnenweihe am 13. August 1950. Ma­ria Lex übernahm das Amt der Fahnenmutter und die Freiwillige Feuerwehr Niederhö­cking die Patenschaft. Nicht weniger als 128 Wehren und Vereine hatten Fahnenabord­nungen mit zusammen 1200 Mann entsandt. Stadtpfarrer Franz Sales Seidl weihte von den Kooperatoren Heindl und Weigl assistiert die neue Fahne. Kommandant Hans Kick begrüßte von der Tribüne auf dem Marienplatz die Gäste und hielt die Festrede.

Durch Bürgermeister Josef Haufellner erfolgte 1950 die Übergabe des nach dem Krieg neu erbauten Rathauses mit Feuerwehrgerätehaus. Unter Leitung von Brandmeister Anton Sandner zeigte die Jugendgruppe nachmittags eine gekonnte Schauübung.

Am 20. August 1950 holten Brandmeister Anton Sandner, Gerätewart Alois Bin­der und Maschinist Wilhelm Goldbrunner in Gaggenau ein neues Mercedes-Metz TLF 15 ab. Statt des mitgeführten Verrechnungsschecks wollte die Firma aber einen Barscheck. Bis der Scheck auf dem Postweg eintraf, mussten die Abholer zweimal übernachten. Nach glücklich erfolgter Bezahlung konnte das Fahrzeug denn endlich nach Landau überführt werden.

Nach der Weihe und der Übergabe durch den Bürgermeister erfolgte auf dem Ma­rienplatz vor einer großen Zuschauerkulisse eine Schauübung unter dem Motto „Brandbe­kämpfung einst und jetzt“. Das Fahrzeug war das erste Tanklöschfahrzeug im ehemaligen Landkreis Landau a. d. Isar. Im Regierungsbezirk Niederbayern standen um diese Zeit nur etwa acht TLF 15 zum Einsatz bereit.

Das restaurierte TLF 15, Baujahr 1950, beim Oldtimer-Umzug 2004

Das große Hochwasser vom 10. bis 14. Juli 1954 erforderte einen Einsatz rund um die Uhr. Bis zum 20. Juli versorgte die Feuerwehr die im Hochwassergebiet lebenden Bürger mit Trinkwasser aus dem Tanklöschfahrzeug.

Einen grausigen Einsatz leistete die Wehr am 20. Dezember 1954. Auf der Bahn­strecke Landau – Wallersdorf stießen zwei Züge zusammen. Sechs Tote und ein Schwer­verletzter waren zu beklagen. Dem Verletzten musste noch am Unfallort ein Bein ampu­tiert werden, denn sonst hätte er nicht aus den Trümmern geborgen werden können. Das war der erste Einsatz der Landauer Wehr in Technischer Hilfeleistung. Dieser Unfall war auch der Anlass zur Gründung von Notstandseinheiten auf bayerischer Ebene.

Anlässlich der Verwaltungsratssitzung am 27. Februar 1957 beschloss man die Anschaffung einer TS 8. Die Übergabe erfolgte am 9. November. Kommandant Hans Kick trat am 26. März 1958 aus beruflichen Gründen zurück und Oberbrandmeister Anton Sandner übernahm das Amt. Hans Kick wurde Vorstand. Seit diesem Zeitpunkt ist in Landau das Amt des Kommandanten und Vorstands nicht mehr in einer Person vereint.

Josef Eichinger weihte 1959 das neue LF 8/TS

Als erste Wehr im Landkreis Landau legte eine Löschgruppe am 26. Juni 1959 die neu geschaffene Leistungsprüfung ab. Die Schlagkraft der Wehr erfuhr am 22. November 1959 eine weitere Verbesserung, als Kaplan Josef Eichinger das neue Opel-Blitz Lösch­fahrzeug LF 8/TS einweihte. Die Motorleistung betrug 67 PS. Bürgermeister Alois Ha­bersbrunner übergab Kommandant Anton Sandner den Schlüssel des neuen Einsatzfahr­zeuges. Das alte Löschfahrzeug Hansa Lloyd LF 12 wurde ausgemustert und leider ver­schrottet. Schade deshalb, denn es wäre heute ein viel bestaunter Oldtimer.

Die Wehr feierte am 13. und 14. August 1963 ihr 100-jähriges Gründungsfest mit der Freiwilligen Feuerwehr Dingolfing als Patenverein. Das Geburtstagsgeschenk war schon da. Eine neue Magirus Drehleiter mit Opel-Blitz Fahrgestell und 67 PS Leistung war am 5. Mai 1963 an die Wehr übergeben worden. Mit diesem Fahrzeug begann das Zeitalter des schweren Atemschutzes, denn die ersten vier Geräte wurden beschafft. Vor­stand Hans Kick betonte in seiner Rede, dass mit diesem Drehleiterfahrzeug die Moderni­sierung der Landauer Feuerwehr auf Jahre hinaus abgeschlossen sei.

DL 18 mit KBI Toni Sandner bei einer Übungsbesprechung

Er hat sich damals sehr getäuscht. Am 21. Juli 1964 wurde bei den Magirus-Wer­ken in Ulm ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16 mit Allradfahrgestell und 150 PS Leis­tung abgeholt. Die kirchliche Segnung und Übergabe erfolgte am 1. August 1964. Dies war wieder ein Meilenstein in der über 100-jährigen Geschichte der Wehr, denn mit die­sem Fahrzeug hielt der Fahrzeugfunk Einzug. Der Funkverkehr erfolgte über den Polizei­kanal. Erst Mitte der 70er Jahre bekam die Feuerwehr eigene Funkkanäle. Das TLF 15 erwarb die FF Eichendorf, die damit zur Stützpunktfeuerwehr erhoben wurde.

Das TLF 16, Baujahr 1964, wurde 1985 an die FF Rossbach verkauft

Zwei Löschgruppen legten am 21. Mai 1967 die Leistungsprüfung der Stufe III/2 ab. Diese beiden Gruppen erhielten mit der bestandenen Prüfung als erste in ganz Bayern das goldene Leistungsabzeichen überreicht.

Der Pulverlöschanhänger P 250 wurde 1967 angeschafft

Der Landkreis kaufte 1967 für die FF Landau einen Pulverlöschanhänger Total P 250 mit 250 kg Löschpulver und einen Ölschadenanhänger ÖSA der Firma Paul Ludwig in Bayreuth. Den P 250 zog das TLF 16 und den ÖSA das LF 8. Mit den 67 PS des Fahr­zeuges war es für den Anhänger untermotorisiert. Die Einsatzfahrten waren nicht mehr so schnell, wie von der Feuerwehr erwartet.

Vorstandschaft und Stadtrat beschlossen daher den Kauf eines neuen Löschfahr­zeuges. Die Wahl fiel nach einer Vorführung auf ein Magirus LF 8 mit Allrad, Frontlen­kerfahrgestell und 110 PS. Am 30 September 1968 fand die Überführung von Ulm nach Landau statt. Eine große Zahl von Kameraden erwartete die Heimkehrer. Dann sollte das Fahrzeug in die Garage gefahren werden und der Schreck war groß, denn die Einfahrt war zu niedrig. Der vorübergehende Standort war eine Garage im Stadtbauhof an der Bach­straße, dem heutigen REAL-Gebaüde. Der Betonboden des Feuerwehrgerätehauses musste im Torbereich abgesenkt und neu betoniert werden. Dann passte das Fahrzeug in die Garage im Rathaus. Das alte LF erwarb die FF Haunersdorf. Nach seiner dortigen Ausmusterung kaufte es ein Oldtimer-Sammler aus Norddeutschland.

Dieses LF 8 löste 1968 das LF 8/TS von 1959 ab

Die Maschinisten hatten anfangs Schwierigkeiten mit dem neuen Fahrzeug. Sie saßen hoch über der Vorderachse, deren Spurweite zwölf Zentimeter breiter als die der Hinterachse war. Mit der Michelin Ballonbereifung kam das Fahrzeug bei höherer Ge­schwindigkeit oftmals in Schlingern. Immer war ein Gegenlenken erforderlich. Durch eine Erhöhung des Luftdrucks in den Reifen konnte diese Misere aber behoben werden. Wäh­rend der Olympischen Sommerspiele in München galt die FF Landau ab dem 30. Mai 1971 mit dem LF 8 als Einsatzreserve III.

Zur ersten Friedenswallfahrt am 15. August 1972 zur Steinfelskirche trat eine Fah­nenabordnung mit 20 Mann an. Am traditionellen Florianitag 1973 nahmen nach der Ge­bietsreform erstmals alle 14 Wehren der Stadtgemeinde teil.

Um für die immer mehr werdenden Öleinsätze besser gerüstet zu sein, fasste man den Kauf eines geeigneten, gebrauchten LKW ins Auge. Am 30. April 1971 schaute eine Abordnung der Wehr in Großgundertshausen und in Landshut solche Autos an. Bei einem neuen Treffen der Fahrtteilnehmer am selben Abend kam man einstimmig auf folgende Idee: Das TLF 15 sollte von der FF Eichendorf zurückgekauft werden. Diese Wehr bekam ein neues TLF 16 von Magirus in Frontlenkerausführung, das 1992 nach dem Kauf eines LF 16/12 MAN Metz die Feuerwehr der Ferieninsel Madeira als Geschenk erhielt.

Das TLF 15 wurde dem neuen Einsatzzweck angepasst. Die Feuerlösch-Kreisel­pumpe und den Löschwassertank entfernten einige Kameraden in Eigenregie. Auch wurde jeweils eine Blattfeder der Hinterachse ausgebaut. Durch diese Gewichtseinsparungen konnte es nun mit dem Führerschein der Klasse III gefahren werden. Auch die Geräte­räume erfuhren einen Umbau. Darin fanden ein 20 kVA Notstromaggregat, ein Be- und Entlüftungsgerät, Wannen und Schaufeln Platz. Auf dem Dach montierte man eine Galerie mit Planen für 60 Säcke Ölbindemittel. Eine Funkanlage vervollständigte die Ausrüstung.

Das zum Ölschadenfahrzeug umgebaute TLF 15

Aus Beständen des Katastrophenschutzes erhielt die Wehr einen DKW Jeep als Funkkommandowagen und Mannschaftstransporter. Sein Rufname war Florian Landau 5. Die anderen Fahrzeuge hatten folgende Rufnamen: TLF 16 Florian Landau 1, DL 18 Flo­rian Landau 2, Privatwagen von KBI Anton Sandner Florian Landau 3, LF 8 Florian Lan­dau 4 und das Ölschadenfahrzeug Florian Landau 6.

Der DKW Jeep diente der Wehr als Funkkommandowagen

Anfang der 70er Jahre wütete wochenlang ein riesiger Waldbrand in Niedersach­sen. Wehren aus ganz Norddeutschland kamen von Löschflugzeugen und Bergepanzern der Bundeswehr unterstützt bei der Brandbekämpfung, bei der leider sechs Feuerwehr­leute den Tod fanden, zum Einsatz. Das Durcheinander der vielen Funkkanäle und Ruf­namen war Anlass, die neuen, heute noch gültigen Rufnamen mit eigenen Funkkanälen der Feuerwehren einzuführen.

Durch die umfangreiche Fahrzeug- und Geräteausstattung platzte das Gerätehaus am Marienplatz aus allen Nähten. Mehrere Fahrzeuge waren in drei verschiedenen Gara­gen untergebracht. Daher sollte ein neues Gerätehaus gebaut werden. Der Stadtrat be­schloss am 11. Februar 1971 einstimmig den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses an der Höckingerstraße auf einem städtischen Grundstück. Nach den Plänen von Stadtbaumeister Martin Spindler errichtete nach einer Ausschreibung die Landauer Baufirma Xaver Si­chart den Bau. Die Arbeiten begannen am 3. Oktober 1972. Bürgermeister und Vorstand Hans Kick hat im Beisein vieler Ehrengäste den Grundstein gelegt und eigenhändig eine Kassette in der Nische des Unterrichtsraumes eingemauert. Am Freitag, 27. Juli 1973, fei­erte man Richtfest. Dabei sprachen Vorstand Kick und Landrat Fritz Ettengruber überein­stimmend von einem Ausbildungs- und Einsatzzentrum des Feuerlöschwesens für den ge­samten Landkreis. Schon am 20. Dezember 1973 konnte das Haus bezogen werden.

Als Höhepunkt in der Geschichte der Landauer Feuerwehr gestaltete sich die Ein­weihungsfeier am Samstag, 25. Mai 1974. Bürgermeister und Vorstand Hans Kick be­grüßte die Gäste und Ehrengäste im Hof der neuen Feuerwache und hielt die Festanspra­che. Die beiden Stadtpfarrer Franz Gabriel von St. Maria und der evangelische Geistliche Graf zu Carell gaben dem Neubau den kirchlichen Segen. Noch am selben Abend sendete das bayerische Fernsehen einen Film über die Feierlichkeiten, den der Höckinger Kame­ramann Carl. B. Thiermeyer gedreht hatte. Am darauf folgenden Sonntag konnte die Be­völkerung im Rahmen eines Tages der offenen Tür die Feuerwache besichtigen.

Im Jahre 1972 kaufte man für die immer mehr werdenden THL-Einsätze einen Satz Bergungsgerät. 1973 ergänzte ein Schlauchboot mit einem 33 PS Johnson Außen­bordmotor die Ausrüstung der Wehr. Ein umgebauter Tragkraftspritzen-Anhänger diente als Transportfahrzeug. Auf dem Dach wurde das Boot befestigt und im Inneren des An­hängers fanden der Motor, die Paddel und die Schwimmwesten ihren Platz. Zugfahrzeuge waren das LF 8 oder das Ölschadenfahrzeug. Somit kam als zweites Element das Wasser der Isar und der vielen Kies- und Badeweiher zum Einsatzgebiet der Feuerwehr hinzu.

Das Jahr 1975 begann mit einem der längsten Einsätze der Landauer Feuerwehr. Vom 2. bis 10. Januar war man rund um die Uhr bei der Firma Eicher, heute Einhell, im Einsatz. Durch einen Riss in der Heizölleitung trat Öl aus und drohte die Trinkwasserver­sorgung der Stadt zu verseuchen. Die umsichtigen und im Nachhinein richtigen Entschei­dungen von KBI Anton Sandner sowie die schnelle Arbeit der Wehrmänner konnten die Katastrophe gerade noch verhindern.

Wieder führend in Niederbayern war die Wehr am 21. Februar 1975, als eine Hurst Rettungsschere und Rettungsspreizer das Aufgabengebiet erweiterten. Untergebracht wa­ren die Geräte im LF 8. Als erstes Gerät dieser Art im Landkreis Dingolfing-Landau er­forderte es vermehrt Einsätze der Wehr, die oft schlimm für die Mannschaft waren. Bei­spielsweise mussten in nur einer Woche bei mehreren Unfällen sechs Tote nebst Verletz­ten aus den Autowracks geborgen werden. Um bei den immer mehr werdenden THL Einsätzen nicht unnötige Zuschauer am Unglücksort zu haben, rüstete die Wehr die Mannschaft mit Meldeempfängern MS 200 aus. Die stille Alarmierung wurde damit ein­geführt. Diese ersten Geräte wurden inzwischen durch handlichere und tragbare Melde­empfänger ersetzt.

Die neue Autobahn A 92, das waldreiche Gebiet im Landkreis und die vielen landwirtschaftlichen Anwesen, die damals noch nicht an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen waren, ließen bei den Verantwortlichen den Plan reifen, ein Großtanklösch­fahrzeug zu kaufen. Bei einer Vorführung am 21. Juni 1976 nahmen die Wehrmänner das Testauto sehr genau unter die Lupe. Nach vielen Verbesserungen am Fahrzeug, bei denen auch Ideen und Vorschläge der Landauer Wehr einflossen, holte man das TLF 24/50 am 29. September 1977 in Ulm ab. 5000 Liter Wasser und 500 Liter Schaum finden in den Tanks Platz. Der Dachmonitor erreicht eine Wurfweite von rund 60 Metern. Mit 232 PS und 16 Tonnen Gesamtgewicht ist es nun das Flaggschiff der Landauer Wehr. Fast über­flüssig zu erwähnen ist die Tatsache, dass es wieder eines der ersten TLF 24/50 in Nieder­bayern war. Die kirchliche Segnung mit Übergabe an die Wehr fand am 15. Oktober 1977 statt. Der Kaufpreis betrug etwa 260.000 Mark.

Das TLF 24/50 wurde im Oktober 1977 in Betrieb gestellt

Bei einer Alarmfahrt nach Dietelsberg zu einem Zimmerbrand verunglückte die DL 18 anfangs 1978. Die Besatzung blieb zum Glück unverletzt. Der Leiterpark war ver­zogen und kam zu Magirus nach Ulm zur Reparatur, das Fahrgestell bekam ein Alteisen­händler. Während der Reparatur stellte Magirus eine 30 Meter Leihdrehleiter zur Verfü­gung. Als neues Fahrgestell entschied man sich für eines der Firma Iveco. Die Leihdreh­leiter kam am 2. August zurück nach Ulm und die „neu“, alte DL wurde nach Landau ge­holt. Übergabe und Segnung feierte man am 30. September 1978.

Die „neue“ Drehleiter von 1978

Das neue Krankenhaus in Landau mit seiner Isotopenstation machte nach seiner Inbetriebnahme im Februar 1979 die Anschaffung einer Strahlenschutz-Ausrüstung für die Wehr erforderlich. Die Wehrmänner stellten sich dieser neuen Aufgabe mit intensiven Schulungen und Übungen. Der 19. und 20 Juni 1979 erforderte wieder einen längeren Hochwassereinsatz.

Schnell und unerwartet verstarb am 25. August 1979 Fahnenmutter Maria Lex.

Die Flutlichtanlage Polyma kam im Oktober 1979 und wurde am 26. November in Dienst gestellt. Der einachsige Anhänger verfügt über ein 20 kVA Notstromaggregat, an­getrieben von einem VW-Industriemotor. Die Plattform lässt sich auf sieben Meter aus­fahren und ist mit sechs 2000 Watt Flutlichtstrahlern ausgerüstet. Vom TLF 24/50 oder vom Ölschadenfahrzeug gezogen, erreicht der Hänger den Einsatzort.

Die Flutlichtanlage Polyma verrichtet seit 1979 ihre Dienste

Die Trägerschaft des 1. ABC Zuges übertrug das Landratsamt Dingolfing-Landau am 30. Januar 1980 offiziell der Freiwilligen Feuerwehr Landau. In kurzer Zeit erklärten sich 42 Kameraden bereit zum Dienst in dieser neuen Materie. Die Fahrzeugausstattung des Zuges erforderte einen Anbau der Feuerwache, der am 24. Juli 1981 seiner Bestim­mung übergeben werden konnte. Zwei VW Busse, ein MAN Dekontaminations-Mehr­zweckfahrzeug (DMF) mit Hauben-Fahrgestell, Entgiftungsfahrzeug mit einachsigem Anhänger, gestellt von der Bundesrepublik, und der Gerätewagen Strahlenschutz, finan­ziert vom Freistaat Bayern, wurden am 21. April 1982 in Dienst gestellt. Entgiftungsfahr­zeug mit Anhänger und einen VW Bus erhielt später die FF Reisbach. Inzwischen ist der MAN durch einen MAN Frontlenker in Reisbach ersetzt worden.

Der ABC-Zug wurde 1980 in der Bergstadt stationiert

Die Vorführung eines TLF 16/25 durch die Firma Magirus fand am 24. Mai 1985 statt. In Ulm wurde das erworbene, neue Fahrzeug am 19. Dezember 1985 abgeholt. Es erhielt am 18. Januar 1986 die kirchliche Weihe durch Stadtpfarrer Franz Gabriel. An­schließend fand die Übergabe an die Wehr durch Bürgermeister Jürgen Stadler statt. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein Magirus 120-25. Der Tankinhalt beträgt 2500 Liter bei einer Pumpenleistung von 1600 Litern. Zur Ausstattung gehören ein Spreizer und eine Schere der Firma Weber. Das Fahrzeug steht heute in der Feuerwache. Das alte TLF er­warb die FF Rossbach. Nach dem Kauf eines LF 16/12 bekam es die FF Untergrafendorf. Heute ist es im Besitz eines privaten Sammlers aus Rossbach. Nach erfolgter Restaurie­rung ist das Auto auf Oldtimertreffen zu bewundern.

Das TLF 16/25 wurde 1986 in Dienst gestellt

Den Ankauf eines neuen Rüstwagens zum Preis von rund 400000 Mark geneh­migte der Stadtrat in seiner Sitzung am 20. Juli 1987 sozusagen als Geschenk zum Jubi­läumsjahr. Eine Vorführung der Firma Magirus fand am 22. Oktober 1987 statt, die In­dienststellung erfolgte im Juli 1988. Es handelt sich dabei um Fahrzeug vom Typ 120-23 mit Seilwinde, 20 kV Notstromaggregat, Lichtmast mit zwei Flutlichtstrahlern, Hurst Rettungsspreizer und Rettungsschere sowie weiteren Geräten zur technischen Hilfeleis­tung. Auf dem Dach befindet sich ein Schlauchboot. Das vorhandene Schlauchboot er­warb die FF Steinberg für Einsätze auf dem Vilstalstausee.

Seit Juli 1988 verrichtet der Rüstwagen RW2 seine Dienste

Im Jahre 1988 feierte die Stadtfeuerwehr ihr 125-jähriges Gründungsfest. Dazu waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Bürgermeister Jürgen Stadler wurde am 5. März 1987 von den Verantwortlichen um die Übernahme der Schirmherrschaft gebeten. Der Bürgermeister erfüllte diesen Wunsch und sagte gerne zu. Der Landauer Bildhauer Franz Sigl schnitzte eines neues Vereinstaferl. Am 4. Juli 1987 wurde Gisela Thannhuber um die Übernahme des Amtes der Fahnenmutter gebeten. Auch sie sagte zu. Ihre Mutter Maria Lex war bereits bei der Fahnenweihe 1950 Fahnenmutter. Das hohe Amt blieb also in der Familie. Die FF Zeholfing übernahm am 24. Oktober 1987 das Amt des Patenver­eins. Nach einigen Prüfungen feierte man die Patenschaft ausgiebig, denn man war vor­sorglich mit einem Bus nach Zeholfing gefahren.

Die Feierlichkeiten begannen am 8. Juli 1988 mit einem Festabend. Am Samstag, 9. Juli, wurde unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Franz Josef Strauss der erste Niederbayerische Bezirksfeuerwehrtag begangen. Zahlreiche Prominente aus Politik und Wirtschaft sowie Feuerwehr- und Vereinsabordnungen aus ganz Niederbayern nah­men daran teil. Die Festrede hielt der Schirmherr in förmlicher, entsprechend seiner Art aber doch humorvoller Weise. Nach dem schweißtreibenden Festzug in der heißen Juli­sonne zum Oberen Stadtplatz und zurück zum Volksfestplatz, vorbei an der Tribüne für die Ehrengäste am heutigen Kreisverkehr am Dr.-Schlögl-Platz, war eine frische Maß Krieger-Festbier eine Wohltat. Zum leichten Entsetzen seiner Leibwächter und Begleiter genoss auch der Schirmherr eine frische Maß bei guter Unterhaltung bevor er vom Sport­platz aus mit dem Hubschrauber in den weißblauen Himmel entschwebte. Der Minister­präsident verstarb noch im gleichen Jahr.

Der eigentliche Festtag war der Sonntag mit strahlendem Sonnenschein. Mit klin­gendem Spiel der Musikkapellen und Spielmannszüge marschierten der Jubelverein und rund 130 Vereinsabordnungen zum Marienplatz. Dort fand auf einer Tribüne in der Nähe der Bäckerei Weinzierl der Festgottesdienst, den Stadtpfarrer Franz Gabriel und sein evangelischer Amtskollege Hans-Gerhard Gross zelebrierten, statt. Nach der Messe be­kam die Fahne den Segen der Kirche und die Erinnerungsbänder wurden verliehen. Die Ehrengäste überbrachten in ihren Reden die Glück- und Segenswünsche.

Der lange Rückweg ins Festzelt machte hungrig und durstig. In sehr kurzer Zeit wurde das schmackhafte Essen serviert und der Verdauungsspaziergang führte auf das Ausstellungsgelände. Alle namhaften Feuerwehrgeräte- und Fahrzeughersteller zeigten ihre neuesten Produkte. Besonders gefragt waren die Fahrten mit den zwei 30 Meter Drehleitern und einer 24 Meter Leiter, von deren Rettungskörben aus man von oben einen Blick auf die Ausstellung werfen konnte.

Am Montagabend zog zum Festausklang die Showkapelle Topsis alle Register ih­res Könnens. Einheimische und Gäste standen teilweise auf den Bänken und klatschten, sangen und schunkelten zum Ausklang eines gelungenen Festes fleißig mit.

Auf Anregung von KBR Anton Sandner übergab die BMW Werksfeuerwehr der FF Landau einen gebrauchten BMW 520 als Einsatzleitwagen. Der Landkreis Dingolfing-Landau besorgte aus Beständen des Katastrophenschutzes einen VW Kastenwagen mit umfangreicher Funkausrüstung. Er diente der Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzlei­tung als Funkwagen.

Der BMW 520i diente als Einsatzleitwagen

Die Vorführung einer DL 30 fand am 12. April 1989 im Hof der Feuerwache statt und am 12. Oktober stellte die Firma Magirus ihre neu entwickelte DLK 23/12 CC den interessierten Wehrmännern vor. Den Kauf einer DL 30 plante man für 1992 oder 1993. Mit den auf dem Markt befindlichen Leitern, die eine Fahrzeughöhe von 3,16 Metern aufwiesen, konnte man drei Objekte in Landau nicht befahren. Dies waren die Durch­fahrten der Volksschule, des Vermessungsamtes sowie die Durchfahrt zwischen Sparkasse und dem damaligen Gasthaus „Schwarzer Adler“. Eine Drehleiter niederer Bauart mit ei­ner Höhe von 2,85 Metern kam für die Stadt zu teuer.

Es kam aber anders. Die Feuerlöschgerätefabrik Magirus in Ulm feierte ihr 100-jähriges Firmenjubiläum. Aus diesem Grund baute die Firma drei Drehleitern mit 30 Me­tern Steighöhe in Sonderausführung. Die Fahrerhäuser verlegte man vor die Vorderachse und die Gesamthöhe betrug nur noch 3,07 Meter. Nun konnte man auch die drei Durch­fahrten befahren. Den Kauf tätigte der Stadtrat auf Vorschlag des Verwaltungsrates. Die zweite Leiter bekam die FF Zwiesel und das dritte Leiterfahrzeug setzte die Berliner Feu­erwehr ein. Nach einigen Jahren Dienst stürzte bei einem Brandeinsatz eine Mauer auf das Berliner Auto und zerstörte es ganz. Die beiden Wehrmänner im Korb erlitten dabei tödli­che Verletzungen.

Am 5. April 1990 konnte die erworbene Drehleiter in Ulm in Empfang genommen werden, um später nach der Weihe in den Fuhrpark eingegliedert zu werden. Die Typbe­zeichnung lautet Magirus 140-25. Drehleiter, Tanklöschfahrzeug TLF 16 und der der Rüstwagen haben die gleichen Fahrerhäuser und Bedienelemente, da es für die Maschi­nisten einfacher ist, mit drei typgleichen Fahrzeugen zu fahren. Die DL 18 kaufte die FF Adldorf. Nach dem Erwerb einer MAN-Metz DL mit 24 Metern Steighöhe kaufte die DL 18 eine Feuerwehr in Franken.

Die DLK ist seit April 1990 in Landau stationiert

Am Morgen des 20. Januar 1992 brannte die Moosmühle Fronhofer am Stadtrand von Landau. Die Polizei löste Großalarm aus. Durch großen Personal- und Fahrzeugein­satz seitens der Stadtwehr und der vielen Nachbarwehren konnten sämtliche Gebäude bis auf das eigentliche Mühlengebäude, in dem der Brand ausbrach, gerettet werden. Dabei bewährten sich vor allem das Großtanklöschfahrzeug TLF 24/50 und die neue Drehleiter. Der neu gewählte Kommandant Alois Streifeneder leitete seinen ersten großen Einsatz mit KBR, KBI, KBM, Zug- und Gruppenführern hervorragend. Von Vorteil war auch, dass der 1. Löschzug wenige Wochen vor dem Brand eine Übung an der Mühle durchführte. Dadurch kannte man die Örtlichkeit. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich schwierig und dauerten mehrere Tage. Bei dem Brand entstand ein Schaden von etwa sechs Millionen Mark. Für die jüngeren Kameraden war dies eine wahre Feuertaufe, denn einen solchen Großbrand hatten sie noch nicht bekämpft.

1993 kaufte die Wehr mit eigenen Mitteln einen VW Transporter, Baujahr 1986, mit Doppelkabine und Ladepritsche zum Transport von Mannschaft und Gerät. Der Stadt­rat beschloss 1993 für die FF Zeholfing ein neues LF 8 anzuschaffen sowie für Landau 1995 ein neues LF 16/12. Wegen der größeren Einsatzhäufigkeit in der Stadt traten die Zeholfinger in kameradschaftlicher Weise zurück und ließen der Landauer Wehr den Vortritt. Es folgten Vorführungen der verschiedenen Firmen, so am 4. August 1993 durch Magirus, am 10. August durch MAN-Metz und tags darauf von Mercedes-Ziegler. Stadt- und Verwaltungsrat beschlossen den Kauf eines Magirus Eurofire LF 16/12 mit 230 PS, das am 11. November abgeholt werden konnte. Das Fahrzeug ist mit einem Hochleis­tungslüfter sowie mit dem Spreizer und der Schere aus dem TLF 16 ausgerüstet. Das TLF 16 bekam dafür einen Wassersauger. Am 10. Dezember 1994 konnte es offiziell in Dienst gestellt werden. Bis zum Eintreffen des neuen LF 8 für Zeholfing am 26. März 1995 kam das Landauer Auto dorthin. Nach seiner Ausmusterung wurde es von der FF Untergrafen­dorf gekauft.

Dieser VW Transporter diente der Wehr ab 1986 als Versorgungsfahrzeug

Vier Tote forderte ein Wohnhausbrand in der Altdorferstraße in Landau am 2. Feb­ruar 1998. Trotz des massiven Einsatzes der Landauer und Zeholfinger Wehr konnte die Familie nicht mehr lebend gerettet werden.

Als Begünstigter des Landauer Faschingsmarktes 1998 plante die Wehr den Kauf eines neuen Rettungsspreizers mit Schere. Dank des guten Besuches und der enormen Spendenbereitschaft seitens der Bevölkerung ergab sich ein bis dahin noch nie da gewese­nes Ergebnis von 31.717,17 Mark. Mit diesem Geld konnten auch noch Zusatzgeräte er­worben werden.

Einen Verkehrsleitanhänger übernahm man im September 1999. Nach etwa einem Jahr kam er zur FF Wallersdorf, wo er sich noch heute befindet. Zum besseren persönli­chen Schutz der Mannschaft bei Einsätzen kaufte die Stadt die neuen Schutzanzüge 2000. Aus der Vereinskasse besorgte die Wehr Überjacken. Die Firma BMW sponserte einen BMW 318 i Touring als Einsatzleitwagen. Rettungsgeräte und der ELW erhielten von Domkapitular Franz Gabriel die kirchliche Weihe und kamen in den Einsatzdienst. Den ausgemusterten BMW 520 übernahm die Stadtverwaltung.

1999 sponserte BMW diesen neuen Einsatzleitwagen

Im Jahre 2002 wurde das LF 16 mit einer fest eingebauten Schaumanlage ausge­rüstet. Inzwischen verfügt auch das TLF 16/25 über ein solches Gerät. Der Landkreis Dingolfing-Landau übergab am 4. Dezember 2002 an die „Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung“ einen neuen ELW vom Typ Mercedes Sprinter. Eine umfangreiche Aus­stattung zum Führen von Großschadensereignissen befindet sich im Wagen.

Der Einsatzleitwagen der UG ÖEL wurde 2002 in Dienst gestellt

Die Feuerwache platzte mit den vielen Geräten und den immer größer werdenden Fahrzeugen inzwischen aus allen Nähten. Daher beschloss der Stadtrat einen Erweite­rungsbau an der Alten Umgehungsstraße. Am 9. Juli 2001 erhielt das Architekturbüro Schobner den Auftrag zur Planung. Die Firma Froschauer aus Kammern begann am 20. Oktober 2003 mit den Baumeisterarbeiten. Der erste Spatenstich erfolgte am 23. Oktober 2003 und im Frühsommer 2004 grüßte der Firstbaum vom Rohbau. Die Einweihung er­folgte am 28. August durch Stadtpfarrer Otto Egger und Hans Gerhard Gross mit an­schließender Übergabe des Schlüssels im Beisein vieler Ehrengäste. Neben einer Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen beherbergt der Bau ein Schlauchlager, eine Atem­schutzwerkstatt mit einem Raum für die Anlieferung der Geräte, einen Kompressorraum sowie Toiletten.

Am 13. August 2003 wütete ein Großbrand in der Dorfner Mühle in Kleegarten. Stürmischer Wind, große Hitze und Funkenflug entfachten etwa 200 Meter entfernt einen weiteren Brand in einem Schweinestall. Mehrere Dutzend Schweine kamen in den Flam­men um. Bis auf das eigentliche Mühlengebäude, das zwar auch schon zu brennen be­gann, aber durch den Wasserwerfer des TLF 24/50 schnell gelöscht werden konnte, ver­brannten sämtliche Nebengebäude. Das alte Wohnhaus wurde ebenfalls ein Raub der Flammen. Sämtliches Inventar und einige Haustiere verbrannten. Die Mieter retteten sich gerade noch rechtzeitig vor den Flammen. Ein Großaufgebot an Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis war stundenlang mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Bei der großen Hitze arbeiteten die eingesetzten Wehrmänner bis zur Erschöpfung. Der neu gewählte Kommandant Franz Streifeneder leitete seinen ersten großen Einsatz mit KBR, KBI, KBM, Zug- und Gruppenführern hervorragend.

Ein Großbrand vernichtete 2003 die Dorfnermühle

Der VW Transporter war mittlerweile in die Jahre gekommen und man musste ihn auswechseln. Dabei hielt man nach einem größeren und zeitgemäßeren LKW Ausschau. Ein Blick des neuen Kommandanten Franz Streifeneder ins Internet brachte die Lösung. Er fand einen geeigneten Wagen. Sofort verständigte er Bürgermeister Josef Brunner und dieser gab grünes Licht für den Kauf. Schon am nächsten Tag machte sich der Komman­dant zusammen mit Gerätewart Bernhard Franziskowski und Maschinist Hermann Wieser auf den Weg nach Delmenhorst, um den LKW zu besichtigen. Nach einer ausgiebigen Pro­befahrt kam er nach Landau. Der schnelle Kauf ersparte der Stadt 20000 Euro. Die orange Lackierung des Baufahrzeuges wurde von der Firma Jackermeier in Landshut entfernt und durch ein Feuerwehrrot ersetzt. Den Ausbau mit einer Funkanlage und den Signaleinrich­tungen erledigte die Firma Furtner. Zusammen mit dem Erweiterungsbau kam der neue LKW in den Einsatzdienst. Ein Bürger aus Wallersdorf erwarb den ausgemusterten VW Transporter.

Aus einem Straßenbaufahrzeug wurde 2004 der neue Versorgungs-LKW

Die Rettungsschere im Rüstwagen wurde im Dezember 2004 durch eine Schere vom Typ Weber S 270 ersetzt. Dies wurde notwendig, da die modernen Autos stabiler ge­baut werden und das alte Gerät deshalb an seine Leistungsgrenze gelangte.

Im Herbst 2000 musste das Ölschadenfahrzeug die Garage in der früheren Geräte­halle an der Straubinger Straße räumen. Es kam in die Maschinenhalle von Kamerad Josef Weinzierl an der Hochstraße. 2003 wurde das Fahrzeug von Michael Aigner und Josef Weinzierl umgebaut. Die Dachgalerie wurde entfernt und die Geräteräume erhielten ein neues Blechdach. Motorhaube, Kotflügel, Stoßstangen und sämtliche Türen wurden ent­fernt. Die Lackierung übernahm die Firma Renner, Gansmühle. Nach einem mühevollen Zusammenbau begann die Neueinteilung der Geräteräume. Diese wurden mit Ausrüs­tungsgegenständen der 50er Jahre bestückt. Fehlende Gegenstände erhandelten die beiden Kameraden von umliegenden Wehren oder solchen, die neue Fahrzeuge erhielten. 2004 bekam der Wagen neue Reifen und er wurde neu für den Straßenverkehr zugelassen. Nach rund 450 Arbeitsstunden ist aus dem Ölschadenfahrzeug wieder ein TLF 15 geworden. Bei Oldtimertreffen zieht es die Blicke der Besucher auf sich. Künftig soll es im Erweite­rungsbau untergebracht werden.

Der 34. Landauer Faschingsmarkt fand am 6. Februar 2005 auf dem Marienplatz bei strahlendem Sonnenschein aber frostigen Temperaturen statt. Der Erlös betrug 8777,77 Euro. Die Feuerwehr Landau kauft davon als Begünstigter einen so genannten Light-Ball der Firma Nissen zur besseren Ausleuchtung von Einsatzstellen. Für die neue Rettungsschere schafft man ein Weber Hydraulikaggregat an. Damit kann man gleichzei­tig Schere und Spreizer betreiben. Somit erfolgen Personenrettungen noch schneller.

Die Landauer Hauptfeuerwache mit dem Fuhrpark der Wehr im Frühjahr 2005

Die vorgestellten Geräte und Fahrzeuge sind kein teueres Spielzeug für einige Feuerwehrleute sondern dienen dem Schutz der Bevölkerung. Die Feuerwehrmänner op­fern für Übungen und Einsätze ihre Freizeit. 2006 oder 2007 ist eine Ersatzbeschaffung des TLF 24/50 geplant. Die Neuanschaffungen sind nötig, um die vermehrten und schwie­riger werdenden Einsätze bewältigen zu können. Die Fahrzeuge und Geräte wären aber ohne eine gut ausgebildete, einsatzfreudige Mannschaft nur kalte Materie. Es ist zu hof­fen, dass sich auch in Zukunft wie in der 140-jährigen Vereinsgeschichte Männer und Frauen finden, die den Bürgerinnen und Bürgern Tag und Nacht zur Seite stehen, wenn diese in Not sind.

Der Dank des Verfassers gilt allen Feuerwehrkameradinnen und Kameraden, die ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um Mensch und Tier aus Not und Gefahr zu retten, Sachwerte zu erhalten und unsere Heimat zu wahren. Mögen sie stets von den Einsätzen gesund zu ihren Familien zurückkehren.

GOTT ZUR EHR, DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR – EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN

Nachwort

Der Verfasser Josef Weinzierl, Hochstrasse 3, war vom 12. Dezember 1961 bis 13. Dezember 2004 als aktiver Feuerwehrmann in der Landauer Wehr tätig. In diesen 43 Dienstjahren wurden die meisten Neu- und Ersatzbeschaffungen getätigt. Als dienstältes­ter Maschinist der Feuerwehr Landau bediente und fuhr er alle Geräte und Feuerwehr­fahrzeuge sowohl im Übungs- als auch im Einsatzdienst. 

Der Dank des Verfassers gilt allen, die ihn mit Text-, Bild- und Datenmaterial versorgten. Sein besonderer Dank aber gilt Vorstand Xaver Reseneder für das Korrekturlesen sowie Kamerad Ulrich Hofner für die Texterfassung sowie das Erledigen der Scann-, Foto- und Lay­outarbeiten.